Für viele nicht-japanische Kenshi ist es ein Traum mal nach Japan zu reisen
und dort mit vielen hochgraduierten Lehrern zu trainieren.
Für mich ist dieser Traum gerade Realität.
Ich bin auf einem dreiwöchigen Trip in Kyoto, Japan
um Kendo zu machen und natürlich jede Menge Sightseeing:-)
Die erste Woche ist schon fast rum und ich habe dutzend Tempel gesehen
und jeden Tag mit einer anderen Kendo-Gruppe trainiert. Herrlich!
Ein Paradies für alle Kendo- und Japan- Liebhaber.
Ein ganz besonderer Ort um Kendo zu machen ist das Butokuden.
Eines der, wenn nicht das älteste, Dojo Japans und damit der Welt.
Hier trainieren Kendoka seit über 110 Jahren diese Kampfkunst.
Das Dojo ist voller Energie und die Atmosphäre für japanische Verhältnisse recht locker.
Zumindest hat man als Gaijin eine Ausrede wenn mal etwas daneben läuft.
Das Keiko (Training) findet im Butokuden jeden Tag von 19-20 Uhr statt.
Man kommt hin, trägt sich in so ein Buch ein mit Name und Graduierung,
zahlt 200 Yen (ca. 2€) und zieht sich an Ort und Stelle auf den umliegenden Tatamis um.
Jeder macht sich selber warm, sucht sich seinen Partner aus und legt einfach los.
In der Regel sind dort immer 1-2 Lehrer mit dem 8. Dan und dutzend 7. Dan-e.
Viele die kommen, stellen sich ausschließlich bei diesen Lehrern an um mit Ihnen zu trainieren.
Dienstags findet das Training im neuen Gebäude des Budocenters (15 m neben dem Butokuden) statt. Das Training leitet der Head-Instructor der Kyoto Police.
Dementsprechend ist die Halle dann prall gefüllt mit Polizisten, Security Leuten und HighSchool Studenten. Bei meinem Besuch vor ein paar Tagen, habe ich etwas über 60 richtig gute Kendoka gezählt. Auch hier stellen sich die meisten bei den Lehrern an, sodass man nicht so viele (Quantität) aber dafür sehr intensive (Qualität) JiGeikos erleben kann.
Ich selbst durfte ebenfalls knapp 40 Minuten warten um dann zwei JiGeikos mit dem Polizei-Trainer (8. Dan) und dem Weltmeister von 1994 (mittlerweile 7. Dan) zu machen. Das Training mit diesen Granaten war der absolute Knaller und die Wartezeit allemal wert.


